Hinter dieser Überschrift verbirgt sich viel mehr, als man beim Lesen vermutet. Ist die Zeile zu großspurig? Ich glaube nicht, nein! Wer diesen traditionellen Gottesdienst in all den vergangenen Jahren miterlebt hat oder gar mitwirken durfte, der versteht meine Aussage. In diesem Jahr waren die Gütersloher Christen und Christinnen zum ersten Mal in der Kirche St. Stephanus der syrisch-orthodoxen Gemeinde eingeladen.
Das relativ neue Gotteshaus besticht gleich beim Betreten durch das strahlend helle Licht aus der Höhe. Die Plätze reichten nicht aus für alle Gottesdienstbesucher und -besucherinnen. Ehrfürchtig standen die Anwesenden dicht an dicht beim feierlichen Einzug der Priester, Pfarrer und Pfarrerin, der Lektoren und Lektorinnen der verschiedenen Konfessionen.
Hier ist nicht wichtig, jeden Programmpunkt im Ablauf des Gottesdienstes wiederzugeben. Viele Äußerlichkeiten erfreuten das Herz: die Farbenpracht der kirchlichen Gewänder; die festlich weiß gekleideten Chöre mit ihrem Gesang, der unseren Ohren so fremd klingt.
Wichtiger war die Botschaft dieses Festgottesdienstes: Das Pfingstwunder (Apg. 2) ist noch lebendig in der Christenheit! Welch eine Konstellation: Eine evangelische Pfarrerin hält die Festpredigt, eine evangelische Kirchenmusikerin spielt die Orgel in einer syrisch-orthodoxen Kirche, in den verschiedenen Sprachen wird Gottes Wort gelesen, wird gesungen zum Lob des einen Gottes und gebetet. Das ist lebendige Ökumene!
Die gastfreundliche Gemeinde St. Stephanus lud im Anschluss an den Gottesdienst noch in ihr Gemeindehaus zu einem einfachen Essen und zu guten Gesprächen ein, und sie hatte volles Haus.
Ein herzlicher Dank geht an St. Stephanus! Im nächsten Jahr wird er zu Pfingsten wieder gefeiert, der Gottesdienst der Nationen!
Dr. Lotte Heller
Der Pfingstgottesdienst der Nationen fand zum ersten Mal in der St. Stephanus-Kirche statt. Das Programm sah um 18:00 Uhr den Einzug in die Kirche vor. Der Kirchenchor begrüßte die Gäste mit dem Lied Abun d,baschmajoh-Tubejhun lhabde. Kurz darauf begrüßte Gemeindepfarrer Sabri Aydin seine Gäste:
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Liebe Ökumenische Pfingstgemeinschaft, mit großer Freude heiße ich Sie im Namen der syrisch-orthodoxen St. Stephanus-Kirchengemeinde herzlich willkommen.
Seit 1973, genau ein Jahr nach meiner Umsiedlung nach Gütersloh, trifft sich diese ökumenische Pfingstgemeinschaft zum Gottesdienst der Nationen, wo alle christlichen Kirchen und Gemeinschaften gemeinsam vor Gott stehen und ihn gemeinsam preisen.
Seit diesem Jahr hat der Christenrat Gütersloh die Trägerschaft dieses Gottesdienstes übernommen und den Kreis der Innenstadt erweitert. Was bisher abwechselnd in der St. Pankratius- oder in der Martin Luther-Kirche gefeiert wurde, wird nun abwechselnd in weiteren Kirchen stattfinden.
Erlauben Sie mir bitte, die mitwirkenden Kirchengemeinden und Ihre Vertreterinnen und Vertreter beim heutigen Gottesdienst der Nationen zu begrüßen.
Daraufhin begrüßte Pfr. Aydin die Geistlichen der mitwirkenden Kirchengemeinden.
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So wird heute, wortwörtlich der Psalmvers "Lobet den Herrn alle Völker" erlebbar.
Nach diesen Worten begann der Gottesdienst der Nationen.
Die Kirchenorgel wurde auf Deutsch gespielt, parallel zum Deutschen Gesang der aramäischen Lieder. Der Kirchensaal füllte sich schnell. Nach dem Gottesdienst fand eine Segnung des Brotes sowie der Auszug aus der Kirche statt. Abschließend fand ein gemütliches Beisammensein im Gemeindesaal statt. Dort klang der Tag in der Gemeinschaft bei Brot, Zaziki und Tee aus.