Ich freute mich, als man zu mir sagte: "Zum Haus des Herrn wollen wir pilgern!" Mit diesem Psalmspruch durfte ich an dieser Stelle am 09.12.1990
unsere Gäste begrüßen. Heute, nach 10 Jahren, feiern wir, liebe Gäste, liebe Gemeinde, wiederum mit Freude nicht nur das 10jährige
Bestehen unseres Kirchengebäudes, sondern auch das Bestehen unserer Kirchengemeinde seit 15 Jahren.
Erlauben Sie mir, die Entstehung und Entwicklung unserer Gemeinde St. Stephanus in Fakten kurz darzustellen:
- Im November 1986 wurde die Kirchengemeinde gegründet.
- Im Sommer 1987 erwarben wir das Grundstück mit Gebäuden.
- Im Februar 1988 erfolgte die Einweihung des ehemaligen Tanzstudios Neitzke als Gemeindehaus, und es begann der Umbau der Häuser Nummer 51, 53 und 55.
- Von 1989 bis 1990 bauten wir die Halle der ehemaligen Glaserei Eugen Friedrich, damals eine Lagerhalle für ausgediente Boote und altes Gerät, zur
Kirche um.
- Und am 09.12.1990 weihte unser damaliger Erzbischof Julius Jesu Cicek aus den Niederlanden unsere neue Kirche ein.
Aus dem Lagerraum war eine Stätte der Versammlung von Menschen und des Gebets geworden.
Liebe versammelte Gemeinde, seit der Einweihung ist dieser Raum nicht nur für unsere Gemeindemitglieder, sondern auch für viele andere Menschen ein
Ort der Besinnung. Gruppen verschiedenster Konfessionen und aus Schulen besuchen uns und dürfen sich hier zu Hause fühlen, zum Beispiel auch bei
Taufen und Trauungen.
Unser Dank richtet sich zuerst an Gott, weil er es Menschen in der Diaspora, die ihre Heimat zurückliessen, ermöglicht hat, sich an einem
Ort zusammenzufinden und ein Gotteshaus zu bauen, wo sie Gäste Gottes sind. Dies ist ja der wahre Sinn des Kirchenraums: dass wir alle als Kinder Gottes
zu ihm kommen und bei ihm zu Hause sind. Diese Erfahrung konnten auch unsere Kinder und Jugendliche machen, die wir hier seit vielen Jahren unterrichtet und
mit unserem Glauben vertraut gemacht haben.
Der nächste Dank geht an die Stadt Gütersloh, die diese verfolgten Menschen herzlich aufnahm und in kurzer Zeit die Baugenehmigung zu dieser Kirche
erteilte, sodass sie hier ein Stück Heimat finden.
Unser Dank gilt zum dritten unseren evangelischen und katholischen Schwesterkirchen für die finanzielle Hilfe zum Bau dieser Kirche sowie unseren
weiteren Syrisch-Orthodoxen Gemeinden in Europa, die uns unterstützten.
Dank gebührt schliesslich allen unseren Gemeindemitgliedern, die durch Eigenleistungen und finanziell dazu beigetragen haben, dass wir heute mit
Freude dieser Feier begehen.
Nicht zu vergessen sind alle Gemeinderatsmitglieder, die in 15 Jahren dieser Kirchengemeinde gedient haben. Ihnen sei im Namen aller Gläubigen ein
herzlicher Dank ausgesprochen.
Möge dieses Haus Gottes ein Ort für alle unsere Schwestern und Brüder in dieser Stadt werden und ein Heil schenken durch die Gebete, die von
hier ausgehen!
Ihr Gemeindepfarrer
Süleyman Aydin
© St. Stephanus-Kirche 2007